Russland: Oppositionspartei Jabloko von Parlamentswahl ausgeschlossen
Wenn Gerichte zur politischen Waffe werden und Oppositionsparteien kurz vor Wahlen ausschließen, ist das keine Justiz mehr – das ist Machterhalt mit anderen Mitteln. Für offene Gesellschaften ist das ein Warnsignal: Demokratie stirbt nicht immer durch Putsch, sondern oft durch schleichende Aushöhlung rechtsstaatlicher Strukturen. Wer Jabloko zum Schweigen bringt, bringt auch all jene Menschen zum Schweigen, die in Russland für Frieden und Freiheit eintreten.
Russland demonstriert vor der Parlamentswahl im September, wie formal-legale Mittel genutzt werden, um echten politischen Wettbewerb zu verhindern. Der Ausschluss von Jabloko ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters, das seit Jahren beobachtbar ist. Für Europa stellt sich die Frage, wie viel Druck auf demokratische Mindeststandards wirklich ausgeübt wird. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Wahlbeobachter sind jetzt gefordert, solche Vorgänge sichtbar zu machen und zu dokumentieren.