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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Russland: Oppositionspartei Jabloko von Parlamentswahl ausgeschlossen

Ein russisches Gericht hat die liberale Oppositionspartei Jabloko kurz vor der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Als Begründung dienen angebliche Rechtsverstöße, die von kremltreuen Kräften initiiert wurden. Jabloko gehört zu den wenigen Parteien, die sich offen gegen den Ukrainekrieg aussprechen und Repressionen im Land kritisieren. Der Vorgang zeigt, wie gerichtliche Verfahren in autoritären Systemen gezielt eingesetzt werden, um unabhängige politische Stimmen vor Wahlen mundtot zu machen.

Wenn Gerichte zur politischen Waffe werden und Oppositionsparteien kurz vor Wahlen ausschließen, ist das keine Justiz mehr – das ist Machterhalt mit anderen Mitteln. Für offene Gesellschaften ist das ein Warnsignal: Demokratie stirbt nicht immer durch Putsch, sondern oft durch schleichende Aushöhlung rechtsstaatlicher Strukturen. Wer Jabloko zum Schweigen bringt, bringt auch all jene Menschen zum Schweigen, die in Russland für Frieden und Freiheit eintreten.

Russland demonstriert vor der Parlamentswahl im September, wie formal-legale Mittel genutzt werden, um echten politischen Wettbewerb zu verhindern. Der Ausschluss von Jabloko ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters, das seit Jahren beobachtbar ist. Für Europa stellt sich die Frage, wie viel Druck auf demokratische Mindeststandards wirklich ausgeübt wird. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Wahlbeobachter sind jetzt gefordert, solche Vorgänge sichtbar zu machen und zu dokumentieren.