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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Russland verurteilt Journalistin Shishkina zu 12 Jahren Haft

Die russische Journalistin Vasilisa Shishkina wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt, weil sie über Rechtsverletzungen an eingezogenen Soldaten berichtete – ein Prozess ohne öffentliche Anklagebegründung und hinter verschlossenen Türen. Dieser Fall zeigt, wie Pressefreiheit systematisch unterdrückt wird, wenn Journalismus Mächtigen unbequem wird. Internationale Organisationen wie das Komitee zum Schutz von Journalisten fordern Transparenz und ein Ende politisch motivierter Verfolgung. Für demokratische Gesellschaften ist dieser Fall eine Mahnung, unabhängigen Journalismus aktiv zu schützen und zu finanzieren.

Wenn Staaten Journalistinnen und Journalisten durch Geheimverfahren und konstruierte Hochverratsvorwürfe zum Schweigen bringen, verlieren ganze Gesellschaften den Zugang zu unabhängiger Information – das schadet der offenen Gesellschaft weit über Russland hinaus. Pressefreiheit ist kein Luxus, sondern die Grundbedingung dafür, dass Mächtige überhaupt kontrolliert werden können. Wer heute wegschaut, wenn Journalistinnen wie Shishkina verschwinden, macht sich mitverantwortlich für das Verschwinden kritischer Öffentlichkeit.

Der Fall Shishkina steht exemplarisch für ein Muster: In Russland wird seit dem Angriff auf die Ukraine systematisch jede unabhängige Berichterstattung unter Strafe gestellt. Geheimverfahren ohne öffentliche Anklage sind dabei kein Versagen des Rechtssystems, sondern sein gezielter Einsatz als Einschüchterungsinstrument. Internationale Organisationen wie das Komitee zum Schutz von Journalisten können diesen Druck dokumentieren und sichtbar machen – doch der politische Wille zur Intervention fehlt noch immer. Europa muss klarer benennen, was hier passiert: staatlich organisierte Vernichtung der Pressefreiheit.