Russlands Siegesfeiern unter Beschuss – Symbol und Wirklichkeit
Staatliche Erinnerungspolitik ist kein Nebenschauplatz – sie ist das Fundament, auf dem Regime Krieg legitimieren und Kritik kriminalisieren. Wer versteht, wie Russland seinen Opfermythos rechtlich absichert und juristisch schützt, versteht besser, warum Widerspruch dort so gefährlich ist. Für offene Gesellschaften ist das eine Warnung: Wer Geschichte per Gesetz verwaltet, schützt keine Wahrheit, sondern Macht.
Der Verfassungsblog-Artikel zeigt, wie eng Rechtsnormen und Propaganda verknüpft sind – in Russland schützt das Strafrecht buchstäblich den Staatsmythos. Das ist kein akademisches Randthema: Auch in Europa gibt es Tendenzen, historische Narrative politisch zu schützen. Die Frage, welche Erinnerungen staatlich kanonisiert werden und welche unsichtbar bleiben, betrifft genauso ostdeutsche Erfahrungen, die im gesamtdeutschen Gedächtnis bis heute oft fehlen.