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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Sanders fordert KI-Pause: „Stoppt Maschinen, die wir nicht kontrollieren"

Der US-Senator Bernie Sanders fordert in einem offenen Brief die Führungsspitzen der größten KI-Konzerne auf, die Entwicklung ihrer Systeme zu stoppen, solange diese nicht kontrollierbar sind. Er kündigt gesetzliche Eingriffe an, falls die Unternehmen nicht freiwillig bremsen. Der Vorstoß zeigt, dass die Debatte um demokratische Kontrolle über KI in der Politik angekommen ist. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das relevant, weil auch hierzulande KI zunehmend in Behörden, Schulen und Betrieben eingesetzt wird, ohne dass Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden.

Wenige Konzerne treffen gerade Entscheidungen, die das Leben von Milliarden Menschen beeinflussen werden – ohne demokratisches Mandat und weitgehend ohne Kontrolle. Sanders benennt das offen: Wer KI-Systeme entwickelt, die selbst ihre Schöpfer überfordern, handelt unverantwortlich gegenüber der Gesellschaft. Für eine offene Gesellschaft ist die Frage, wer Technologiemacht kontrolliert, genauso zentral wie Wahlrecht oder Pressefreiheit.

Der Brief ist ein politisches Signal: Selbstregulierung der Tech-Industrie hat versagt, jetzt kommt die Legislative. Europa und Deutschland sind dabei in einer stärkeren Position als die USA – der AI Act der EU existiert bereits. Für die Demokratiedebatte bedeutet das: Regulierung ist kein Angriff auf Innovation, sondern Voraussetzung dafür, dass KI allen nützt und nicht nur den Größten. Die Frage, welche Stimmen in der KI-Entwicklung fehlen – Frauen, Menschen aus dem globalen Süden, Menschen aus strukturschwachen Regionen – bleibt aber auch in Sanders' Brief unbeantwortet.