Saudi-Arabien zahlt australischem Regisseur für Propaganda-Film
Wenn Regierungen mit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen westliche Kulturschaffende für staatlich finanzierte Propaganda gewinnen, untergräbt das die Glaubwürdigkeit freier Kultursphären und schwächt das internationale Bewusstsein für Unrecht. Die Frage, welche Verantwortung Künstlerinnen und Künstler gegenüber den Werten tragen, für die sie stehen, ist zentral für eine offene Gesellschaft und den globalen Menschenrechtsdiskurs.
Der Fall Noyce zeigt, wie Kulturpolitik zum Instrument von Autokratien werden kann, die ihre internationale Reputation aufpolieren wollen. Für die Debatte um Kulturförderung, künstlerische Unabhängigkeit und ethische Verantwortung im Filmgeschäft ist dieser Vorgang ein wichtiges Warnsignal. Die internationale Filmbranche und ihre Verbände sind aufgerufen, klare Leitlinien für die Zusammenarbeit mit staatlichen Auftraggebern aus Ländern mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu entwickeln.