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Thursday, 7. May 2026
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International

Saudi-Arabien zahlt australischem Regisseur für Propaganda-Film

Der australische Regisseur Phillip Noyce dreht einen Spielfilm im Auftrag Saudi-Arabiens, der staatliche Drogenfahnder als Helden inszeniert – während das Königreich im vergangenen Jahr 243 Menschen wegen Drogendelikten hinrichtete. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin ein weiteres Beispiel für gezieltes 'Culturewashing', bei dem autoritäre Staaten Kulturproduktionen nutzen, um von Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Die Debatte wirft grundlegende Fragen darüber auf, welche Verantwortung Kulturschaffende tragen, wenn sie Aufträge von Regimen mit schwerwiegenden Menschenrechtsproblemen annehmen. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien weltweit fordern mehr Transparenz und klare ethische Standards für solche Kooperationen.

Wenn Regierungen mit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen westliche Kulturschaffende für staatlich finanzierte Propaganda gewinnen, untergräbt das die Glaubwürdigkeit freier Kultursphären und schwächt das internationale Bewusstsein für Unrecht. Die Frage, welche Verantwortung Künstlerinnen und Künstler gegenüber den Werten tragen, für die sie stehen, ist zentral für eine offene Gesellschaft und den globalen Menschenrechtsdiskurs.

Der Fall Noyce zeigt, wie Kulturpolitik zum Instrument von Autokratien werden kann, die ihre internationale Reputation aufpolieren wollen. Für die Debatte um Kulturförderung, künstlerische Unabhängigkeit und ethische Verantwortung im Filmgeschäft ist dieser Vorgang ein wichtiges Warnsignal. Die internationale Filmbranche und ihre Verbände sind aufgerufen, klare Leitlinien für die Zusammenarbeit mit staatlichen Auftraggebern aus Ländern mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu entwickeln.