Schwerin: Besucherrekord, aber Hotelbetten fehlen
Ein funktionierender Tourismus in Schwerin schafft Arbeitsplätze und sichert kommunale Steuereinnahmen, von denen auch Infrastruktur und soziale Angebote profitieren. Wenn die Kapazitäten nicht mit der Nachfrage mithalten, gehen diese Chancen an andere Regionen – oder der Besucherdruck trifft die Stadt ohne entsprechende Einnahmen. Die Frage ist, wer von einem wachsenden Tourismussektor tatsächlich profitiert: Hotelbetreiber, Beschäftigte im Niedriglohnbereich oder die Stadtgesellschaft als Ganzes.
Schwerin ist die Landeshauptstadt – was dort bei Bauprojekten klemmt, klemmt auf dem Land erst recht. Bauverzögerungen, fehlende Investoren, stockende Genehmigungen: Das sind keine Schweriner Einzelprobleme, sondern strukturelle Muster, die Kommunen in ganz MV kennen. Der Welterbe-Bonus bringt Aufmerksamkeit, aber keine Hotelbetten – und das zeigt, wie wenig Infrastruktur und Nachfrage in der Region noch zusammenpassen. Es braucht konkrete kommunale Strategien, die nicht auf den nächsten Großinvestor warten, sondern kleinteilige, schnell realisierbare Lösungen fördern.