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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

SED-Opferbeauftragte warnt vor Verharmlosung der DDR-Diktatur

Rund 250.000 Menschen waren in der DDR als politische Gefangene inhaftiert – nur ein Bruchteil davon erhält bis heute staatliche Unterstützung. Die Opferbeauftragte des Bundes mahnt, dass die Verharmlosung der SED-Diktatur zunimmt und fordert konkrete finanzielle sowie politische Anerkennung für Betroffene. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern leben viele dieser Menschen noch, für die das kein abgeschlossenes Kapitel ist. Aufarbeitung bedeutet hier nicht nur Erinnerungskultur, sondern auch materielle Gerechtigkeit.

Eine offene Gesellschaft trägt Verantwortung dafür, dass Menschen, die für Freiheit und Rechtsstaat litten, nicht in Vergessenheit geraten oder gar durch Geschichtsrevisionismus delegitimiert werden. Die Warnung vor Verklärung ist keine Rückwärtsgewandtheit, sondern Demokratieschutz: Wer die Verbrechen der SED-Diktatur verharmlost, untergräbt das kollektive Gedächtnis und schwächt die Glaubwürdigkeit demokratischer Institutionen. Vier von fünf Betroffenen erhalten keine staatliche Unterstützung mehr – das ist eine strukturelle Lücke, die politisch geschlossen werden muss.

In Mecklenburg-Vorpommern lebten und leben viele Menschen, die direkt von der SED-Diktatur betroffen waren – als Inhaftierte, Bespitzelte oder Angehörige. Die Diskussion um Verklärung ist hier keine abstrakte Debatte, sondern berührt konkrete Biografien und lokale Erinnerungskultur. Zivilgesellschaftliche Akteure und Gedenkstätten in MV, etwa in Rostock oder Greifswald, leisten täglich Arbeit, die politisch und finanziell besser abgesichert werden sollte. Die Frage, welche Stimmen in der ostdeutschen Erinnerungskultur gehört werden und welche nicht, ist eine demokratiepolitische Grundfrage.