Serbische Minister ehren verurteilten Kriegsverbrecher Mladić
Die aktive Teilnahme von Regierungsvertretern an der Verherrlichung eines rechtskräftig verurteilten Völkermörders untergräbt den Rechtsstaat und sendet ein fatales Signal an Überlebende, deren Familien und die gesamte Zivilgesellschaft des Westbalkans. Für eine offene, demokratische Gesellschaft ist die Anerkennung historischer Verbrechen und der Schutz der Würde der Opfer eine Grundvoraussetzung – beides wird hier offen missachtet.
Die Veranstaltung ist Teil eines anhaltenden Musters der Geschichtsrevision in Serbien und der Republika Srpska, das die EU-Integration des Westbalkans ernsthaft gefährdet. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten stehen vor der Frage, wie sie auf solche Signale reagieren und ob EU-Kandidatenstatus weiterhin ohne klare demokratische Mindeststandards zur Aufarbeitung von Kriegsverbrechen gewährt werden kann.