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Monday, 22. June 2026
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Regional MV

Sexuelle Belästigung an Greifswalder Schule: Lehrer suspendiert

An einer Greifswalder Schule haben zwei Schülerinnen einen Lehrer wegen sexueller Belästigung während einer Klassenfahrt angezeigt. Der Lehrer wurde suspendiert, die Ermittlungen laufen. Der Fall macht deutlich, dass Schulen verlässliche und niedrigschwellige Meldewege brauchen, damit Schülerinnen und Schüler Übergriffe ohne Angst vor Konsequenzen ansprechen können. Zivilgesellschaftliche Beratungsstellen und Schulsozialarbeit können hier eine wichtige Brückenfunktion übernehmen, gerade dort, wo direkte Wege zur Schulleitung noch nicht selbstverständlich sind.

Schutzräume in Schulen sind keine Selbstverständlichkeit – sie entstehen nur, wenn Institutionen konsequent auf Meldungen reagieren und Betroffene nicht allein lassen. Dieser Fall macht deutlich, dass Schülerinnen, die Übergriffe melden, auf funktionierende Strukturen angewiesen sind, nicht auf Wohlwollen von Einzelpersonen. Eine offene Gesellschaft misst sich daran, wie sie die Schwächsten schützt – auch und gerade in Schulen auf dem Weg nach Südtirol.

Für Schulen in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich jetzt die Frage, ob verbindliche Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt wirklich flächendeckend vorhanden und bekannt sind – oder ob sie nur auf dem Papier existieren. Die schnelle Suspendierung ist ein richtiges erstes Signal, aber es braucht transparente Aufklärung und klare Konsequenzen, damit Betroffene auch künftig den Mut aufbringen, Übergriffe zu melden. Kommunen und Schulbehörden in MV sollten diesen Fall zum Anlass nehmen, Meldewege zu überprüfen und Schülervertretungen aktiv einzubeziehen.