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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Sexuelle Übergriffe in der Bundeswehr: Dunkelziffer alarmiert

Sexuelle Übergriffe in der Bundeswehr nehmen zu, und eine laufende Dunkelzifferstudie deutet darauf hin, dass das Ausmaß des Problems bislang unterschätzt wurde. Wehrbeauftragter und Generalinspekteur reagieren alarmiert auf die Befunde. Das Muster ist bekannt: In hierarchischen Institutionen mit starkem Korpsgeist werden Betroffene durch Machtgefälle und Abhängigkeiten systematisch zum Schweigen gebracht. Unabhängige Aufarbeitungsstrukturen und echte Schutzräume für Meldende sind keine Kür, sondern Voraussetzung dafür, dass sich etwas grundlegend ändert.

Sexuelle Gewalt in staatlichen Institutionen ist kein Randproblem, sondern ein Demokratiethema: Wer schweigt, weil er Konsequenzen für die eigene Karriere fürchtet, verliert Vertrauen in den Rechtsstaat. Eine Bundeswehr, die Übergriffe systematisch unterschätzt oder vertuscht, schadet nicht nur den Betroffenen, sondern untergräbt das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und das Vertrauen in öffentliche Institutionen. Aufarbeitung ist keine Schwäche, sondern Voraussetzung für eine wehrhafte Demokratie.

Institutioneller Machtmissbrauch folgt überall denselben Mustern – die Frage ist, ob Strukturen geschaffen werden, die Betroffene schützen statt isolieren. Die Bundeswehr steht hier exemplarisch vor einer Probe: Werden unabhängige Beschwerdewege gestärkt und Daten endlich systematisch erhoben? Für MV ist das auch deshalb relevant, weil die Bundeswehr als Arbeitgeberin in der Region eine erhebliche Rolle spielt. Wer hier Karriere macht, verdient eine Institution, in der Würde kein Verhandlungsgegenstand ist.