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Wednesday, 23. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Seyran Ates: Warum Personenschutz ihr Alltag geworden ist

Seyran Ates steht seit 20 Jahren unter Personenschutz, weil sie als muslimische Frauenrechtlerin und Gründerin einer liberalen Moschee unbequeme Wahrheiten ausspricht. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass ein Viertel der Muslime in Deutschland Homosexualität ablehnt – ein Befund, der nach dem Anschlag auf eine CSD-Veranstaltung besondere Dringlichkeit bekommt. Ates fordert eine offene Debatte innerhalb muslimischer Gemeinschaften über Pluralismus und Menschenrechte, statt diese Konflikte totzuschweigen. Ihr Beispiel zeigt: Wer Minderheiten innerhalb von Minderheiten schützt und stärkt, stärkt am Ende die gesamte Demokratie.

Die Bedrohung von Frauen und queeren Menschen durch religiösen Konservatismus ist kein Randphänomen, sondern eine Herausforderung für den demokratischen Zusammenhalt insgesamt. Wer wie Ates eine Brücke zwischen Religionsfreiheit und Grundrechten baut, leistet einen unverzichtbaren Beitrag für eine offene Gesellschaft. Dass sie dafür Polizeischutz braucht, ist ein Warnsignal: Reformstimmen werden bedroht – das betrifft nicht nur Muslime, sondern alle, die für Pluralismus eintreten.

Der Artikel berührt die Frage, wie demokratische Grundrechte – Gleichheit, Würde, sexuelle Selbstbestimmung – gegen kulturelle und religiöse Konformitätsdruck verteidigt werden können. Zivilcourage wie die von Ates braucht gesellschaftliche Rückendeckung und institutionellen Schutz. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo antiqueere Einstellungen auch im säkularen Milieu verbreitet sind, stellen sich dieselben Fragen: Wie schützt eine Gesellschaft jene, die für Minderheitenrechte eintreten?