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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Soziale-Medien-Verbot für Jugendliche: Schutz oder Kontrollverlust?

Kaliforniens geplantes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige klingt nach Jugendschutz, schafft aber neue Probleme: Pflichthafte Altersverifikation per Ausweis oder Biometrie gefährdet den Datenschutz aller Nutzer:innen, und Forschung zeigt, dass solche Verbote besonders marginalisierte Jugendliche treffen, die digitale Räume oft als einzigen sicheren Ort nutzen. Statt echter Schutzmaßnahmen entstehen so neue Kontrollmechanismen, die vor allem Großplattformen mit den nötigen Verifikationssystemen stärken. Für Mecklenburg-Vorpommern lohnt ein genauer Blick auf diesen Fall, bevor ähnliche Regulierungen diskutiert werden.

Gesetze, die gut gemeint sind, aber Grundrechte einschränken, sind keine Seltenheit – und sie treffen fast immer zuerst jene, die ohnehin weniger Lobby haben. Jugendliche aus marginalisierten Gruppen finden in Online-Communities oft Rückhalt, den sie offline nicht bekommen. Wer ihnen diesen Zugang nimmt, nimmt ihnen Schutzräume, keine Gefahren. Außerdem zeigt das Beispiel, wie Datenschutz und Meinungsfreiheit untrennbar zusammenhängen: Wer Altersverifizierung fordert, schafft zwangsläufig neue Überwachungsinfrastruktur.

Was in Kalifornien debattiert wird, landet früher oder später in Brüssel und Berlin. Europa diskutiert ähnliche Maßnahmen unter dem Digital Services Act, und auch deutsche Bundesländer prüfen Altersgrenzen für Plattformdienste. Die zentrale Frage lautet: Wer entscheidet, wie Jugendliche das Netz nutzen dürfen – und wer trägt die Konsequenzen? Ein konstruktiver Ansatz wäre Medienkompetenzbildung statt Verbote, kombiniert mit echter Datenschutzgesetzgebung, die Big Tech in die Pflicht nimmt, anstatt Nutzerinnen und Nutzer zu überwachen.