Spanien: Gefängnisstrafen für LGBTQ-Konversionstherapien geplant
Konversionstherapien richten sich gezielt gegen Menschen, die keine gesellschaftliche Lobby haben und oft jung und abhängig von ihrem Umfeld sind. Ihre Kriminalisierung ist ein konkreter Schutz für Menschen ohne Macht gegenüber religiösen oder familiären Institutionen. Der Schritt zeigt, dass gesetzlicher Schutz nicht von der Zustimmung der Betroffenen abhängen darf, weil strukturelle Abhängigkeit echte Freiwilligkeit verhindert.
Deutschland hat bisher nur ein Verbot für Minderjährige, nicht für Erwachsene – hier könnte Spaniens Ansatz als Modell dienen. Die Debatte zeigt deutlich, wie konservative Parteien Schutzgesetze für LGBTQ-Menschen blockieren, obwohl die psychischen Schäden durch Konversionstherapien wissenschaftlich belegt sind. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, ob der Staat Menschen aktiv vor solchen Praktiken schützt oder den Schutz von politischer Mehrheit abhängig macht.