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Thursday, 17. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Studie: Beliebtes Gehirn-Supplement verkürzt Lebenserwartung bei Männern

Eine Großstudie mit mehr als 270.000 Teilnehmenden legt nahe, dass erhöhte Tyrosin-Blutwerte bei Männern die Lebenserwartung um knapp ein Jahr verkürzen könnten, während Frauen offenbar nicht betroffen sind. Tyrosin wird als Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung von Konzentration und geistiger Leistungsfähigkeit vermarktet und ist zudem in vielen proteinreichen Lebensmitteln enthalten. Die Befunde beruhen auf einer Kombination aus Beobachtungsdaten und genetischen Analysen, was die Aussagekraft im Vergleich zu reinen Beobachtungsstudien stärkt. Männer in Mecklenburg-Vorpommern, die solche Präparate einnehmen, sollten die Einnahme mit ihrer Hausarztpraxis besprechen – insbesondere angesichts der ohnehin unterdurchschnittlichen Lebenserwartung in der Region.

Nahrungsergänzungsmittel werden von Millionen Menschen ohne ärztliche Beratung eingenommen, oft in der Annahme, sie seien harmlos oder sogar vorteilhaft. Diese Studie zeigt, dass vermeintlich neutrale Präparate messbare negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Eine bessere Regulierung und transparente Verbraucherinformation zu solchen Produkten wären ein konkreter gesellschaftlicher Mehrwert.

Die Studie liefert wichtige Hinweise für die Präventionsmedizin und stellt die unkritische Vermarktung von Tyrosin-Supplementen infrage. Für Gesundheitsbehörden und Ärztinnen und Ärzte ergibt sich der Handlungsbedarf, Patienten aktiv über mögliche Risiken aufzuklären. Künftige Studien sollten untersuchen, ab welchen Dosen Tyrosin kritisch wird und ob bestimmte Risikogruppen besonders betroffen sind.