Studie: Fast die Hälfte aller Landwirte weltweit jährlich vergiftet
Die massenhafte Pestizidvergiftung von Landarbeitenden ist ein strukturelles globales Gesundheitsproblem, das durch wirtschaftlichen Druck, mangelnde Schutzausrüstung und schwache Regulierung verursacht wird. Für eine offene Gesellschaft ist die Studie relevant, weil sie evidenzbasierte Agrarpolitik einfordert und zeigt, dass das aktuelle Pestizidregime Millionen von Menschen systematisch schädigt. Sie stärkt zivilgesellschaftliche Forderungen nach strengeren EU-Zulassungsstandards und einer Stärkung des Vorsorgeprinzips.
Für die Wissenschafts- und Gesundheitsdebatte ist diese Studie ein wichtiger Baustein: Sie liefert erstmals eine globale Hochrechnung auf Basis von zwei Jahrzehnten Daten und macht das bislang unterschätzte Ausmaß akuter Pestizitvergiftungen sichtbar. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern als intensiv landwirtschaftlich genutztes Bundesland sind die Erkenntnisse direkt anschlussfähig an laufende Debatten über den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz und die EU-Sustainable-Use-Regulation. Die Studie macht deutlich, dass Gesundheitsschutz für Landarbeitende ein zentrales Kriterium bei der Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sein muss.