Studie: Menschen mit schwerer geistiger Behinderung sterben 24 Jahre früher
Diese Studie macht systemische Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung sichtbar, die Menschen in besonders vulnerablen Lebenslagen betreffen. Eine offene Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie gut sie ihre schwächsten Mitglieder schützt – die hohe Quote vermeidbarer Todesfälle zeigt, dass hier konkreter Handlungsbedarf besteht. Die zusätzliche ethnische Disparität verweist auf strukturellen Rassismus im Gesundheitssystem, der politisch adressiert werden muss.
Die Befunde sind ein Weckruf für Gesundheitspolitik und Eingliederungshilfe: Versorgungslücken bei Menschen mit geistigen Behinderungen sind kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen und institutioneller Vernachlässigung. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Frage, wie Betreuungseinrichtungen, Hausarztpraxen und Spezialkliniken besser auf die Bedürfnisse dieser Gruppe ausgerichtet werden können. Intersektionale Benachteiligungen – Behinderung plus ethnische Herkunft – müssen in der Versorgungsplanung ausdrücklich berücksichtigt werden.