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Tuesday, 15. September 2026
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Studie: Reichensteuer könnte 30 Millionen Leben retten

Eine im Fachjournal Lancet veröffentlichte Studie des Barceloner Instituts ISGlobal belegt, dass eine globale Steuer von drei Prozent auf Hundert-Millionäre bis 2030 fast 30 Millionen Menschenleben retten könnte. Die Analyse von Daten aus 59 einkommensarmen Ländern zeigt, dass erhöhte Entwicklungshilfe die allgemeine Sterblichkeit um 24 Prozent und die Kindersterblichkeit um 33 Prozent senken kann. Der Vorschlag gewinnt besondere Relevanz, weil mehrere Industriestaaten ihre Entwicklungshilfe aktuell massiv kürzen und damit eine entstehende Finanzierungslücke alternative Quellen wie Vermögens-, Finanztransaktions- oder CO₂-Steuern dringlicher denn je macht. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern unterstreicht die Studie, wie wichtig eine aktive Beteiligung an internationalen Steuergerechtigkeitsinitiativen für globale Stabilität und damit auch für europäische Sicherheit ist.

Die Studie liefert evidenzbasierte Argumente für eine gerechtere Verteilung globaler Ressourcen und stärkt damit den internationalen Diskurs über Steuergerechtigkeit als demokratisches Gestaltungsinstrument. Sie zeigt konkret, dass politische Entscheidungen über Besteuerung Leben retten oder kosten können. Für eine offene Gesellschaft ist diese Verbindung zwischen Fiskal- und Humanitärpolitik ein zentrales Argument, das öffentliche Debatten über Wohlstandsverteilung sachlich fundieren kann.

Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem westliche Regierungen ihre Entwicklungshilfe drastisch reduzieren, und liefert eine konkrete Gegenrechnung. Die vorgeschlagene Vermögenssteuer wäre auch auf europäischer Ebene politisch diskutierbar, da die EU-Kommission entsprechende Initiativen prüft. Für Deutschland und damit auch für Mecklenburg-Vorpommern relevant: Auch hier besitzt das reichste Prozent einen überproportional großen Anteil am Vermögen, und die Debatte über gerechte Besteuerung großer Vermögen ist politisch präsent.