Tafel Wismar sucht dringend neuen Standort – 2000 Menschen betroffen
Tafeln sind für viele Menschen keine freiwillige Ergänzung, sondern tatsächliche Grundversorgung – wenn sie wegfallen, fängt niemand diese Menschen auf. Ein Ausfall in Wismar trifft besonders Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner mit kleinen Einkommen sowie Menschen ohne Netzwerke. Ehrenamtliche Strukturen wie diese halten den sozialen Zusammenhalt in der Fläche zusammen – und sie funktionieren nur, wenn Kommunen und Unternehmen Verantwortung übernehmen.
In Mecklenburg-Vorpommern sind Tafeln keine Randerscheinung, sondern strukturell notwendige Einrichtungen in einer Region mit überdurchschnittlich hoher Armutsquote. Die Kündigung des Mietvertrags zeigt, wie fragil diese Strukturen sind, wenn sie auf dem freien Wohnungsmarkt konkurrieren müssen. Kommunen sollten Tafeln als Infrastruktur behandeln und entsprechend absichern – nicht erst reagieren, wenn der Betrieb vor dem Aus steht. Das Modell der Patenschaften ist ein pragmatischer Weg, der auch anderswo in MV funktionieren könnte.