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Thursday, 28. May 2026
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Regional MV

Tafel Wismar sucht dringend neuen Standort – 2000 Menschen betroffen

Die Tafel Wismar hat ihren bisherigen Standort verloren und sucht dringend neue Räumlichkeiten – fast 2000 bedürftige Menschen sind auf dieses Angebot angewiesen. Ohne schnelle Lösung bricht eine der wenigen verlässlichen Versorgungsstrukturen für einkommensschwache Haushalte in der Region weg. Gesucht werden konkrete Unterstützung durch Patenschaften sowie Räume, die ehrenamtlicher Arbeit in diesem Umfang gerecht werden. Kommunen, Kirchen, Wohnungsgesellschaften und lokale Unternehmen sind jetzt gefragt, nicht erst nach der nächsten Pressemitteilung.

Tafeln sind für viele Menschen keine freiwillige Ergänzung, sondern tatsächliche Grundversorgung – wenn sie wegfallen, fängt niemand diese Menschen auf. Ein Ausfall in Wismar trifft besonders Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner mit kleinen Einkommen sowie Menschen ohne Netzwerke. Ehrenamtliche Strukturen wie diese halten den sozialen Zusammenhalt in der Fläche zusammen – und sie funktionieren nur, wenn Kommunen und Unternehmen Verantwortung übernehmen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind Tafeln keine Randerscheinung, sondern strukturell notwendige Einrichtungen in einer Region mit überdurchschnittlich hoher Armutsquote. Die Kündigung des Mietvertrags zeigt, wie fragil diese Strukturen sind, wenn sie auf dem freien Wohnungsmarkt konkurrieren müssen. Kommunen sollten Tafeln als Infrastruktur behandeln und entsprechend absichern – nicht erst reagieren, wenn der Betrieb vor dem Aus steht. Das Modell der Patenschaften ist ein pragmatischer Weg, der auch anderswo in MV funktionieren könnte.