Tennessee klagt Meta: War Instagram gezielt süchtig gemacht?
Plattformkonzerne wie Meta gestalten die digitale Öffentlichkeit, in der Jugendliche aufwachsen – ohne demokratische Kontrolle und ohne wirksame Haftung. Wenn Gerichte erstmals festschreiben, dass absichtlich suchterzeugendes Design rechtswidrig ist, entsteht ein Präzedenzfall mit globaler Wirkung. Das stärkt den Grundsatz, dass kommerzielle Interessen nicht über das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen gestellt werden dürfen.
Das Tennessee-Verfahren zeigt, wie zivilgesellschaftlicher und staatlicher Druck auf mächtige Technologiekonzerne wirken kann. Die Frage, wer die Bedingungen digitaler Teilhabe festlegt, ist eine demokratische Grundsatzfrage. Für Europa und Deutschland liefert der Prozess wichtige Argumente für eine schärfere Regulierung – etwa durch den Digital Services Act –, die bisher nur zögerlich durchgesetzt wird.