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Monday, 14. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Tiefseebergbau bedroht 125 Weichtierarten weltweit

Die IUCN warnt in ihrer aktualisierten Roten Liste vor dem drohenden Aussterben von mehr als der Hälfte aller an hydrothermalen Quellen lebenden Weichtierarten – 125 Spezies sind durch den industriellen Tiefseebergbau akut bedroht. Der Abbau von Meeresbodenressourcen zerstört einzigartige Ökosysteme in bis zu 5.000 Metern Tiefe, bevor die Wissenschaft sie vollständig dokumentieren konnte. Internationale Naturschutzorganisationen fordern daher ein weltweites Moratorium für den kommerziellen Tiefseebergbau, um den Verlust dieser Artenvielfalt zu stoppen. Für Mecklenburg-Vorpommern, dessen Küsten- und Meeresschutzpolitik eng mit internationalen Umweltabkommen verknüpft ist, unterstreicht dieser Befund die Bedeutung eines konsequenten Engagements für den Schutz mariner Lebensräume.

Der Schutz mariner Artenvielfalt ist eine globale Gemeinwohlaufgabe, die nationale Alleingänge übersteigt und internationale Regulierung erfordert. Hydrothermale Ökosysteme liefern wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über Extremlebensräume und die Entstehung von Leben – ihr Verlust wäre irreversibel. Eine offene Gesellschaft muss die Frage stellen, welche wirtschaftlichen Interessen das Recht haben, unwiederherstellbare Naturräume zu zerstören.

Die IUCN-Daten liefern eine belastbare wissenschaftliche Grundlage für die internationale Debatte um ein Tiefseebergbau-Moratorium, das derzeit bei der Internationalen Meeresbodenbehörde verhandelt wird. Für die Ostseeregion und Mecklenburg-Vorpommern ist die Frage relevant, welche Standards für den Meeresschutz global gelten – denn Präzedenzfälle im Tiefseebergbau beeinflussen auch europäische Meeresschutzpolitik. Die Forschungsergebnisse könnten Meeresbiologen an Universitäten wie Rostock oder Greifswald als Argument für stärkere internationale Schutzabkommen nutzen.