Tiefseebergbau bedroht 125 Weichtierarten weltweit
Der Schutz mariner Artenvielfalt ist eine globale Gemeinwohlaufgabe, die nationale Alleingänge übersteigt und internationale Regulierung erfordert. Hydrothermale Ökosysteme liefern wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über Extremlebensräume und die Entstehung von Leben – ihr Verlust wäre irreversibel. Eine offene Gesellschaft muss die Frage stellen, welche wirtschaftlichen Interessen das Recht haben, unwiederherstellbare Naturräume zu zerstören.
Die IUCN-Daten liefern eine belastbare wissenschaftliche Grundlage für die internationale Debatte um ein Tiefseebergbau-Moratorium, das derzeit bei der Internationalen Meeresbodenbehörde verhandelt wird. Für die Ostseeregion und Mecklenburg-Vorpommern ist die Frage relevant, welche Standards für den Meeresschutz global gelten – denn Präzedenzfälle im Tiefseebergbau beeinflussen auch europäische Meeresschutzpolitik. Die Forschungsergebnisse könnten Meeresbiologen an Universitäten wie Rostock oder Greifswald als Argument für stärkere internationale Schutzabkommen nutzen.