Tiefseebergbau: ISA-Vollversammlung sucht verbindliche Regeln
Die Tiefsee gehört zum globalen Gemeingut und ist bislang kaum erforscht – einmal zerstörte Ökosysteme in mehreren Kilometern Meerestiefe erholen sich nicht. Ein verbindliches internationales Regelwerk schützt nicht nur die Biodiversität, sondern stärkt auch das Prinzip multilateraler Umweltgovernance als Grundlage einer offenen, regelbasierten Weltordnung.
Die ISA-Verhandlungen sind ein Lackmustest für die Leistungsfähigkeit internationaler Institutionen beim Schutz globaler Gemeinschaftsgüter. Gelingt ein robustes Regelwerk, wäre das ein wichtiges Signal für künftige Governance-Debatten etwa um Arktis-Ressourcen oder die Hochsee. Scheitert die Regulierung, öffnet das die Tür für einen unregulierten Rohstoffabbau mit unabsehbaren Folgen für marine Ökosysteme und Fischereivölker weltweit.