Türkei: Gericht ordnet Absetzung von Oppositionschef Özel an
Gerichtlich angeordnete Absetzungen von Oppositionsführern sind ein ernstes Signal für den Zustand demokratischer Institutionen und gefährden den politischen Wettbewerb als Grundprinzip der Demokratie. Für Europa und Deutschland ist die Türkei als NATO-Partner und EU-Beitrittskandidat ein relevanter Akteur – der Umgang mit oppositionellen Kräften dort ist ein Maßstab für den Stand von Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung.
Die Absetzung eines gewählten Oppositionsvorsitzenden durch ein Gericht ist ein klassisches Instrument autoritärer Einflussnahme auf demokratische Strukturen. Zivilgesellschaftliche und europäische Beobachter sollten diesen Fall im Kontext weiterer Einschränkungen politischer Teilhabe in der Türkei bewerten. Internationale Solidarität mit demokratischen Oppositionsbewegungen kann konkrete Wirkung entfalten, wie Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen.