Türkei: Imamoglu zu Haftstrafe verurteilt – Demokratie unter Druck
Die Verurteilung eines gewählten Bürgermeisters durch eine politisch abhängige Justiz zeigt, wie demokratische Strukturen gezielt geschwächt werden können. Für Europa ist dieser Fall ein Maßstab dafür, wie ernsthaft Demokratieschutz und Rechtsstaatlichkeit als Bedingungen für internationale Partnerschaften eingefordert werden müssen. Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit in der Türkei und Europa sind gefordert, solche Entwicklungen sichtbar zu machen und Gegengewichte zu stärken.
Das Urteil steht exemplarisch für einen globalen Trend, bei dem formale Rechtssysteme genutzt werden, um legitime politische Konkurrenz auszuschalten. Die EU sollte diesen Fall zum Anlass nehmen, ihre Beziehungen zur Türkei klar an rechtsstaatliche Standards zu knüpfen. Für demokratische Gesellschaften weltweit zeigt Imamoglus Fall, wie wichtig eine unabhängige Justiz und zivilgesellschaftliche Kontrolle als Schutzmechanismen sind.