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Wednesday, 16. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Tunesien: Journalist droht lebenslange Haft wegen Quellenrecherche

Der tunesische Journalist Zied el-Heni sitzt bereits im Gefängnis und droht nun wegen vier Terrorismusvorwürfen lebenslang inhaftiert zu werden – sein einziges 'Vergehen': Er hat journalistische Quellenarbeit betrieben und eine Audioaufnahme auf ihre Echtheit geprüft. Sein Fall steht exemplarisch für eine weltweite Entwicklung, bei der Terrorismusgesetze gezielt gegen kritische Presse eingesetzt werden. Internationale Organisationen wie das Committee to Protect Journalists machen solche Fälle sichtbar und üben Druck auf Regierungen aus. Pressefreiheit ist keine Selbstverständlichkeit – auch nicht in Ländern, die einst als Hoffnungsträger des Arabischen Frühlings galten.

Wenn Staaten journalistische Standardmethoden wie Quellenverifizierung mit Terrorismusgesetzen kriminalisieren, greifen sie das Fundament einer freien Öffentlichkeit an. Pressefreiheit ist keine Spezialität demokratischer Luxusgesellschaften, sondern eine Schutzinfrastruktur für alle Menschen, die wissen wollen, was in ihrem Namen geschieht. Solche Fälle zeigen, wie schnell Zeugen zu Verdächtigen werden, wenn Regierungen investigativen Journalismus als Bedrohung wahrnehmen.

Der Fall el-Heni steht stellvertretend für einen globalen Trend: Antiterrorgesetze werden zunehmend genutzt, um kritische Journalist:innen dauerhaft zum Schweigen zu bringen. Tunesien, das nach dem Arabischen Frühling als demokratische Hoffnung galt, hat sich unter Präsident Saied zu einem Land entwickelt, in dem unabhängige Berichterstattung mit Gefängnis bestraft wird. Für Demokratieverteidiger:innen weltweit – auch in Deutschland – ist dies ein klares Signal: Internationale Solidarität mit verfolgten Journalist:innen ist kein Luxus, sondern praktische Demokratiearbeit.