Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Thursday, 17. September 2026
Ticker
International

Uganda: Journalist wegen Korruptionsberichten in Haft

Der ugandische Journalist Remmy Asiteza befindet sich seit Mitte August in Untersuchungshaft in Kampala, nachdem er über mutmaßliche Korruption im ugandischen Präsidentenministerium berichtet hatte. Die Anklage wegen 'Falschinformationen' und fehlender Sendelizenz wird von internationalen Pressefreiheitsorganisationen als politisch motiviert eingestuft. Das Komitee zum Schutz von Journalisten setzt sich aktiv für seine sofortige Freilassung ein. Der Fall verdeutlicht, wie wichtig internationale Solidarität mit unabhängigem Journalismus und die Stärkung globaler Pressefreiheitsstandards sind.

Wenn Regierungen den Begriff 'Falschnachrichten' als juristisches Werkzeug gegen kritischen Journalismus einsetzen, gefährdet das nicht nur einzelne Reporter, sondern die gesamte Informationsgrundlage demokratischer Gesellschaften. Ohne unabhängige Berichterstattung über Korruption bleibt Machtmissbrauch unsichtbar – das trifft vor allem Menschen, die keine andere Lobby haben als die freie Presse. Der Fall Asiteza zeigt, wie fragil Pressefreiheit ist, sobald sie unbequeme Wahrheiten ans Licht bringt.

Uganda steht exemplarisch für einen globalen Trend: 'Fake News'-Gesetze werden systematisch genutzt, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen – nicht um Desinformation zu bekämpfen. Internationale Solidarität und Druck durch Organisationen wie das Komitee zum Schutz von Journalisten sind konkrete Hebel, die Wirkung zeigen können. Für Europa und Deutschland ergibt sich die Frage, welche Handelspolitik und Entwicklungszusammenarbeit mit Ländern betrieben wird, die Pressefreiheit systematisch aushöhlen.