Ukrainische Geflüchtete zwischen Warschauer Wahlkampf und Erinnerungspolitik
Wenn Geflüchtete zum Spielball nationaler Wahlkämpfe werden, gerät das Fundament offener Gesellschaften ins Wanken: Schutz und Würde von Schutzsuchenden dürfen nicht von parteipolitischen Konjunkturen abhängen. Die Entwicklung in Polen ist ein Warnsignal für ganz Europa, wie schnell gesellschaftliche Solidarität durch politische Instrumentalisierung erodieren kann.
Die polnisch-ukrainische Spannungslage zeigt, wie fragil demokratische Unterstützungskonsense für Geflüchtete sind, wenn nationalistische Narrative in Wahlkämpfen eingesetzt werden. Für die europäische Demokratie stellt sich die Frage, welche institutionellen Schutzrahmen nötig sind, damit Migrationspolitik nicht zum Instrument der Stimmungsmache wird. Zivilgesellschaftliche Akteure in ganz Europa – auch in Mecklenburg-Vorpommern – können daraus lernen, wie wichtig kontinuierliche Integrationsarbeit jenseits politischer Zyklen ist.