Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Wednesday, 16. September 2026
Ticker
Demokratie & Zivilgesellschaft

Umfrage: Jeder Fünfte würde bei AfD-Regierung auswandern

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass über 20 Prozent der Deutschen bei einer AfD-Regierung das Land verlassen würden – darunter überproportional viele Fachkräfte und Minderheiten. Die Ergebnisse offenbaren eine tiefe Spaltung der Gesellschaft und werfen ernste Fragen über den Zustand demokratischer Institutionen auf. Gerade in ostdeutschen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, wo Fachkräftemangel schon heute ein drängendes Problem ist, hätte ein solcher Exodus konkrete und langfristige Folgen für die gesamte Region. Die Umfrage macht deutlich, dass demokratische Teilhabe und politische Sicherheit für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit mehr sind.

Eine Demokratie, die so viele Menschen zur inneren oder äußeren Emigration treibt, verliert nicht nur Köpfe, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen und Zusammenhalt. Besonders für Minderheiten, queere Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte sind solche Umfrageergebnisse kein abstraktes Signal, sondern Ausdruck realer Angst vor Ausgrenzung. Die Stärkung demokratischer Institutionen und zivilgesellschaftlicher Strukturen ist deshalb keine Selbstverständlichkeit, sondern aktive Schutzaufgabe.

In Ostdeutschland, wo die AfD besonders stark ist, stellt sich diese Frage mit besonderer Schärfe: Wer bleibt, wer geht, und wer hatte nie die Wahl zu gehen? Die Bürgerrechtsbewegung der Wendezeit kämpfte für offene Gesellschaft und Selbstbestimmung – es wäre bitter, wenn Jahrzehnte später wieder Menschen das Gefühl haben, ihr Land verlassen zu müssen. Zivilgesellschaftliche Initiativen, die demokratische Kultur in der Fläche stärken, sind gerade in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern dringend nötig.