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Monday, 14. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

UN-Experte mahnt Deutschland: Soziale Ungleichheit trifft Frauen und Migranten hart

Ein UN-Sonderberichterstatter stellt Deutschland ein ernüchterndes Zeugnis aus: Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte sind strukturell benachteiligt, während soziale Ungleichheit insgesamt wächst. Das geplante Sondervermögen wird als Schritt in die richtige Richtung anerkannt, reicht aber nach Einschätzung des Experten bei weitem nicht aus. Deutschland braucht gezielte Reformen, die nicht nur Wachstum versprechen, sondern tatsächlich bei denen ankommen, die bisher durchs Raster fallen. Gerade in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich besonders deutlich, was passiert, wenn soziale Gerechtigkeit zur Nebensache wird.

Soziale Ungleichheit untergräbt langfristig den Zusammenhalt einer Demokratie – wer strukturell benachteiligt wird, vertraut staatlichen Institutionen weniger und zieht sich aus dem politischen Leben zurück. Gerade in Ostdeutschland, wo Lohnlücken, niedrigere Renten und schwächere Vermögen bis heute fortwirken, ist der UN-Befund keine abstrakte Kritik, sondern gelebte Realität für Millionen Menschen. Eine Demokratie, die ihre eigene Ungleichheit nicht benennt, kann sie auch nicht beheben.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Bericht besonders brisant: Das Bundesland weist einen der höchsten Anteile an Niedriglohnbeschäftigung und gleichzeitig eine ausgeprägte strukturelle Benachteiligung von Frauen und zugewanderten Menschen auf. Konkret bedeutet das: Handlungsbedarf auf Landesebene bei gleicher Bezahlung, Kita-Ausbau und Antidiskriminierungsmaßnahmen am Arbeitsmarkt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann Landespolitik und Zivilgesellschaft diese Diagnose zum Anlass für messbare Veränderungen nehmen.