UN-Experte mahnt Deutschland: Soziale Ungleichheit trifft Frauen und Migranten hart
Soziale Ungleichheit untergräbt langfristig den Zusammenhalt einer Demokratie – wer strukturell benachteiligt wird, vertraut staatlichen Institutionen weniger und zieht sich aus dem politischen Leben zurück. Gerade in Ostdeutschland, wo Lohnlücken, niedrigere Renten und schwächere Vermögen bis heute fortwirken, ist der UN-Befund keine abstrakte Kritik, sondern gelebte Realität für Millionen Menschen. Eine Demokratie, die ihre eigene Ungleichheit nicht benennt, kann sie auch nicht beheben.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Bericht besonders brisant: Das Bundesland weist einen der höchsten Anteile an Niedriglohnbeschäftigung und gleichzeitig eine ausgeprägte strukturelle Benachteiligung von Frauen und zugewanderten Menschen auf. Konkret bedeutet das: Handlungsbedarf auf Landesebene bei gleicher Bezahlung, Kita-Ausbau und Antidiskriminierungsmaßnahmen am Arbeitsmarkt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann Landespolitik und Zivilgesellschaft diese Diagnose zum Anlass für messbare Veränderungen nehmen.