Ungarische Steuergelder: Fidesz-Medien in Siebenbürgen wechseln den Besitzer
Der Fall zeigt, wie öffentliche Gelder genutzt werden können, um über Ländergrenzen hinweg Medienlandschaften zu formen und politische Mehrheiten abzusichern – ohne dass Bürgerinnen und Bürger dies nachvollziehen oder kontrollieren können. Für eine offene Gesellschaft ist der Zugang zu unabhängigen Medien eine Grundvoraussetzung; wenn Medieneigentum systematisch in undurchsichtige Strukturen verschoben wird, verliert Öffentlichkeit ihre Kontrollfunktion. Das betrifft nicht nur Ungarn oder Rumänien, sondern ist ein Warnsignal für jedes Land, in dem Medienförderung ohne ausreichende Transparenzpflichten vergeben wird.
Das Muster – staatliche Gelder fließen in private Medienstrukturen, die politischen Akteuren nahestehen – ist aus mehreren EU-Ländern bekannt und wird auf europäischer Ebene zunehmend als Demokratieproblem diskutiert. Die EU-Medienfreiheitsverordnung von 2024 zielt genau auf solche Konstruktionen, doch ihre Durchsetzung bleibt schwach. Investigativer Journalismus wie dieser ist das einzige Gegengewicht – und zeigt gleichzeitig, wie viel zivilgesellschaftliche Aufmerksamkeit nötig wäre, um solche Vorgänge dauerhaft zu beobachten.