Ungarn: Auch Fidesz-Politiker bei Korruptionsrazzia festgenommen
Korruptionsermittlungen, die Mitglieder der eigenen Regierungspartei treffen, sind ein seltenes und bedeutsames Zeichen dafür, dass rechtsstaatliche Institutionen funktionieren können – auch in Ländern, in denen sie unter Druck stehen. Für die offene Gesellschaft ist wichtig: Korruption schwächt das Vertrauen in demokratische Strukturen, und zwar unabhängig davon, welche Partei betroffen ist. Die Gleichbehandlung vor dem Gesetz ist ein Kernversprechen der Demokratie.
Die Ermittlungen in Ungarn zeigen, dass Korruption im öffentlichen Beschaffungswesen kein Randproblem ist – sondern systemrelevant. Gerade in Osteuropa, wo nach 1990 neue demokratische Strukturen aufgebaut wurden, bleibt die Kontrolle von Macht durch unabhängige Justiz eine offene Baustelle. Was Ungarn hier vorführt, ist eine Lektion für alle: Wer öffentliche Mittel verwaltet, muss kontrollierbar bleiben – ob Regierung oder Opposition.