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Sunday, 27. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Ungarn: Gericht verurteilt Medienkonzern wegen Hetze gegen Regenbogenfamilie

Ein ungarisches Gericht hat den regierungsnahen Medienkonzern Mediaworks zu einer Zahlung von rund 280.000 Euro verurteilt, weil mehrere seiner Zeitungen eine koordinierte Hetzkampagne gegen eine Regenbogenfamilie geführt hatten. Die Kampagne umfasste falsche Anschuldigungen wie Menschenhandel sowie die unerlaubte Veröffentlichung privater Fotos. Das Urteil zeigt, dass auch in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit juristische Gegenwehr gegen mediale Diskriminierung möglich ist. Mediaworks hat Berufung eingelegt, der Rechtsweg ist also noch nicht ausgeschöpft.

Dieses Urteil zeigt, dass auch in Ungarn Gerichte staatsnah organisierten Medienkampagnen Grenzen setzen können – das ist keine Selbstverständlichkeit. Für queere Familien und andere Minderheiten ohne politische Lobby sendet es ein wichtiges Signal: Wer systematisch diffamiert wird, hat das Recht, sich juristisch zu wehren, und kann damit Erfolg haben. Für die europäische Öffentlichkeit ist das Urteil ein Datenpunkt in der Frage, wie weit staatlich nahe Medienstrukturen gehen können, bevor Rechtssysteme eingreifen.

Das Urteil ist kein isolierter Zivilrechtsfall, sondern Teil eines größeren Musters: Wenn Medienkonzerne mit politischer Rückendeckung Minderheiten zum Ziel koordinierter Kampagnen machen, braucht es funktionierende Gerichte als Korrektiv. In Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern lohnt sich die Frage, welche Schutzräume queere Familien vor gezielter medialer Hetze haben – und ob bestehende Instrumente ausreichen. Das ungarische Beispiel macht deutlich, wie wichtig unabhängige Justiz und zivilgesellschaftlicher Mut zum Klagen sind.