Ungarn: Neue Regierung greift Orbán-Stiftungsimperium an
Wenn öffentliches Geld in private Strukturen verschoben wird, die kaum kontrollierbar sind, leidet die demokratische Rechenschaftspflicht – das ist kein ungarisches Spezialproblem, sondern ein Muster, das in vielen Ländern beobachtet werden kann. Die Rückholung solcher Strukturen stärkt das Prinzip, dass staatliche Mittel öffentlicher Kontrolle unterliegen müssen. Für eine offene Gesellschaft ist das ein zentrales Signal: Auch tief verankerte Machtstrukturen können durch demokratische Mehrheiten zurückgedrängt werden.
Das ungarische Beispiel zeigt, dass Demokratieabbau nicht nur durch Gesetze, sondern auch durch scheinbar neutrale Stiftungsstrukturen betrieben werden kann. Die neue Regierung nutzt ihre Verfassungsmehrheit gezielt, um diese Strukturen aufzulösen – ein Lehrstück dafür, wie Demokratiereformen aussehen können, wenn der politische Wille vorhanden ist. Für zivilgesellschaftliche Akteure in Europa ist das ein ermutigender Präzedenzfall: Was über Jahre als unumkehrbar galt, erweist sich als reformierbar.