Unsichtbare Kinder: Anerkennung für Opfer von Kriegsvergewaltigung
Kinder, die aus Kriegsvergewaltigungen geboren wurden, gehören zu den am stärksten marginalisierten Gruppen in Nachkriegsgesellschaften – sie haben keine Lobby und oft nicht einmal einen anerkannten Namen. Ihre Anerkennung ist kein symbolischer Akt, sondern eine Grundvoraussetzung für den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Rechtssicherheit. Eine offene Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit denen umgeht, die niemand sehen will.
Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien liegt mehr als 30 Jahre zurück, aber seine Folgen sind für viele Menschen noch immer ungeklärt. Das Handbuch bietet einen praxisorientierten Rahmen für politische Maßnahmen, die über symbolische Gesten hinausgehen. Europa diskutiert intensiv über Transitional Justice und Kriegsverbrechen, doch die zweite Generation der Betroffenen fällt dabei regelmäßig durch alle Raster. Internationale Menschenrechtsmechanismen und die EU könnten hier Druck auf die nationalen Regierungen ausüben, konkrete Anerkennungs- und Entschädigungsmodelle zu entwickeln.