US-Denkfabrik Heritage Foundation will Bosniens Friedensvertrag umschreiben
Der Versuch, ein jahrzehntealtes Friedensabkommen durch externe ideologische Akteure neu zu gestalten, gefährdet den mühsam erkämpften gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bosnien und Herzegowina. Für eine offene Gesellschaft ist es zentral, dass Friedensprozesse auf multilateralen, rechtsstaatlichen Grundlagen beruhen und nicht durch die Agenda einzelner politischer Denkfabriken unterlaufen werden.
Europa steht vor der konkreten Herausforderung, seinen Einfluss auf dem Balkan gegenüber ideologisch motivierten Akteuren aus den USA zu behaupten. Das Gespräch zwischen Heritage-Forschern und EU-Parlamentariern zeigt, wie wichtig eine kohärente europäische Balkandiplomatie ist, die demokratische Stabilität und Minderheitenschutz in den Vordergrund stellt. Für Deutschland und die EU ergibt sich daraus die Aufgabe, die Dayton-Strukturen aktiv zu verteidigen und gleichzeitig konstruktive Reformprozesse zu begleiten, die aus der bosnischen Gesellschaft selbst heraus entstehen.