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Thursday, 17. September 2026
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International

US-Gericht: Tausende Klagen gegen Meta und TikTok wegen Suchtdesign

Ein US-Bundesberufungsgericht hat wegweisend entschieden, dass Meta, TikTok, Google und Snapchat sich tausenden Klagen stellen müssen, die ihnen vorwerfen, ihre Plattformen bewusst suchtfördernd für Jugendliche gestaltet zu haben. Die Unternehmen konnten sich nicht erfolgreich auf den Communications Decency Act berufen, der bislang als starker Haftungsschutz für Plattformbetreiber galt. Meta wurde zudem in New Mexico zu einer Zahlung von 567 Millionen Dollar in einen Jugendfonds verurteilt und muss sich einem Verfahren von 29 US-Bundesstaaten stellen. Diese Entwicklungen stärken weltweit die rechtliche Grundlage für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum und könnten auch in Europa und Mecklenburg-Vorpommern wichtige Impulse für die Regulierung sozialer Medien setzen.

Die Urteile stärken das Prinzip, dass digitale Konzerne für die Folgen ihrer Designentscheidungen haftbar gemacht werden können – auch wenn keine Nutzerinhalte, sondern Produktmerkmale im Mittelpunkt stehen. Das ist ein wichtiger Schritt für den Schutz junger Menschen und zeigt, dass Plattformverantwortung rechtlich durchsetzbar ist. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, dass technologische Macht nicht grenzenlos bleibt, sondern demokratisch kontrollierten Regeln unterliegt.

Das Verfahren ist ein internationales Signal: Plattformen können nicht länger auf gesetzliche Schutzklauseln verweisen, um Verantwortung für bewusst suchtförderndes Design zu umgehen. Für die deutsche und europäische Regulierung – etwa im Rahmen des Digital Services Act – liefert dieses Urteil wichtige Präzedenz. Politikerinnen und Politiker sowie zivilgesellschaftliche Akteure können diese Entwicklung nutzen, um stärkere Jugendschutzstandards auch in Deutschland einzufordern.