US-Militär nutzt über 100 Stützpunkte in Australien
Die Frage, in welchem Ausmaß ein demokratisches Land souveräne Kontrolle über sein eigenes Territorium behält, ist zentral für funktionierende Demokratien weltweit. Wenn Bündnisverpflichtungen de facto die außenpolitische Handlungsfreiheit eines Staates einschränken, müssen Bürgerinnen und Bürger darüber öffentlich informiert und debattieren können. Transparenz über militärische Infrastruktur ist eine Grundvoraussetzung für demokratische Rechenschaftspflicht.
Der Fall Australien ist ein Lehrstück für die europäische Debatte: Auch NATO-Mitglieder wie Deutschland beherbergen US-Militäreinrichtungen und stehen vor ähnlichen Fragen nach dem Verhältnis zwischen Bündnistreue und nationaler Souveränität. Die öffentliche Kartierung solcher Präsenzen durch investigativen Journalismus stärkt die demokratische Kontrolle und sollte auch in Europa Schule machen. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Ostseelage und NATO-Relevanz sind diese geopolitischen Fragen keine abstrakten Debatten.