USA setzen erstmals Geheimgericht zur Abschiebung ein
Wenn ein Gericht Beweise geheim hält und Beschuldigte sowie deren Anwälte diese nie zu sehen bekommen, ist das kein Rechtsstaat mehr – das ist Willkür mit Stempel. Der Fall zeigt, wie schnell hart erkämpfte Grundrechte ausgehöhlt werden können, wenn nationale Sicherheit als Generalschlüssel benutzt wird. Für alle Menschen ohne Staatsbürgerschaft – und das sind weltweit Millionen – ist das ein Warnsignal: Legaler Aufenthaltstitel schützt nicht mehr, wenn der Staat beschließt, jemanden loszuwerden.
Das Alien Terrorist Removal Court existiert seit 30 Jahren ohne je genutzt worden zu sein – und jetzt trifft es als erstes eine Frau, die selbst nichts getan haben soll. Das Muster ist bekannt: Geheimgerichte entstehen immer mit dem Versprechen, nur ganz wenige, ganz gefährliche Fälle zu behandeln. Dann weitet sich das aus. Für Europa und Deutschland ist die Frage, welche Vorbilder hier gesetzt werden, hochrelevant – besonders in Zeiten, in denen auch hierzulande über Sonderbefugnisse und Abschiebungen diskutiert wird.