USA stufen britische Protestgruppe als Terrororganisation ein
Wenn Staaten zivile Protestgruppen als Terrororganisationen einstufen, verschieben sich die Grenzen des legalen Dissenses für alle – nicht nur für die Betroffenen. Die Frage, wer den Begriff 'Terrorismus' definiert und wer davon betroffen ist, ist eine der zentralen Machtfragen in offenen Gesellschaften. Für Menschen, die ohne institutionelle Lobby auf die Straße gehen, ist das eine unmittelbare Bedrohung ihrer Handlungsmöglichkeiten.
Der Fall Palestine Action zeigt ein Muster, das aus der Geschichte bekannt ist: Protestbewegungen werden kriminalisiert, bevor die inhaltliche Debatte geführt wird. Dass die USA hier grenzüberschreitend Sanktionen gegen eine britische Zivilgesellschaftsgruppe verhängen, ist ein Präzedenzfall mit Signalwirkung für Europa. Demokratisch verfasste Gesellschaften müssen die Frage beantworten, wo legitimer Protest endet und wo Strafrecht beginnt – und wer diese Grenze zieht.