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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Verfassungswidrige Polizei-Superdatenbank: Grundrechte in Gefahr

Polizeibehörden in Deutschland bauen riesige Datenpools auf, die auch Daten von völlig unbeteiligten Menschen speichern – ohne ausreichende gesetzliche Grundlage. Verfassungsrechtler:innen sehen darin einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff, weil weder Speichergrenzen noch Löschfristen geregelt sind. Klare gesetzliche Schranken müssen her, bevor diese Systeme erst einmal in Betrieb gehen – denn nachträgliche Korrekturen sind bei solchen Infrastrukturen erfahrungsgemäß schwer durchzusetzen. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern, wo das Vertrauen in staatliche Institutionen historisch belastet ist, wäre transparente parlamentarische Kontrolle solcher Systeme ein wichtiges Signal.

Eine dauerhafte staatliche Superdatenbank, die Millionen von Bürger:innen ohne konkreten Anlass erfasst, verschiebt das Machtgefüge zwischen Staat und Individuum fundamental. Wer überwacht wird, verhält sich anders – das ist besonders gefährlich für Menschen, die politisch aktiv sind, Minderheiten angehören oder sich in einem schwierigen sozialen Umfeld bewegen. Transparente, rechtsstaatlich verankerte Grenzen für staatliche Datenspeicherung sind eine Grundvoraussetzung für eine freie, offene Gesellschaft.

Dieser Artikel zeigt, wie gesetzliche Graubereiche geschaffen werden, die staatliche Kontrollmacht enorm ausweiten – ohne öffentliche Debatte und ohne klare demokratische Legitimation. Die Frage, wer in solchen Datenbanken landet und wer darüber entscheidet, ist keine technische, sondern eine politische. Bürger:innen und Zivilgesellschaft sollten jetzt Druck machen, bevor parlamentarische Mehrheiten diese Strukturen zementieren.