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Thursday, 17. September 2026
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Regional MV

Vom Eigeninitiative zur Ausbildung: Zwei Afrikaner kochen sich in MV ein

Alice Sidovi aus Botswana und Simba Maindidze aus Simbabwe haben sich ohne Vermittlungsprogramm eigenständig beim Strandhotel The Grand in Ahrenshoop beworben und eine Ausbildungsstelle als Köchin und Koch erhalten. Ihr Weg zeigt, dass direkte Eigeninitiative für ausländische Fachkräfte im Tourismus funktionieren kann – ohne bürokratische Umwege. Für die Branche in Vorpommern, die seit Jahren über Fachkräftemangel klagt, ist das ein konkretes Beispiel, das andere Betriebe ermutigen könnte, internationalen Bewerberinnen und Bewerbern eine echte Chance zu geben. Offen bleibt, wie die Unterstützung außerhalb des Betriebs aussieht – beim Wohnen, bei Sprachkursen und beim Ankommen im ländlichen Alltag.

Fachkräftemangel in der Gastronomie ist in Mecklenburg-Vorpommern kein abstraktes Problem, sondern gefährdet konkret die Saison- und Ganzjahresbetriebe in Küstenregionen. Wenn Menschen aus dem Globalen Süden ohne bürokratischen Umweg ihren Weg in Ausbildungsplätze finden, zeigt das: Eigenverantwortung und offene Betriebe können mehr leisten als manches Förderprogramm. Für die offene Gesellschaft ist entscheidend, dass solche Erfolgsgeschichten nicht als Ausnahme behandelt, sondern als Modell ernst genommen werden.

Ahrenshoop liegt weit weg von Schwerin und noch weiter von Berlin – und genau dort passiert gerade etwas Handfestes: Ein Hotel bildet zwei junge Menschen aus zwei afrikanischen Ländern aus, die sich selbst darum gekümmert haben. Das ist kein Programm, das ist Initiative. Die entscheidende Frage ist jetzt, was nach der Ausbildung passiert: Bleiben sie in der Region, finden sie Perspektiven, oder verlassen sie Vorpommern wie so viele junge Fachkräfte? Wenn die Region das binden will, braucht es mehr als eine gute Ausbildungsstelle – es braucht Wohnen, Gemeinschaft und das Gefühl, dazuzugehören.