Vorausgefüllte Steuererklärung: MV macht mit
Wer keine Steuererklärung abgibt, verliert oft bares Geld – das trifft besonders Menschen mit geringem Einkommen, die keine Steuerberatung bezahlen können. Ein niedrigschwelliger Zugang zur eigenen Steuererstattung ist daher auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Ob das Verfahren am Ende wirklich alle erreicht oder nur die, die ohnehin digital gut aufgestellt sind, wird sich in der praktischen Umsetzung zeigen.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem hohen Anteil an ländlichen Räumen und Haushalten mit niedrigen bis mittleren Einkommen könnte das Projekt echten Mehrwert bringen – wenn es die Menschen auch dort erreicht, wo kein Lohnsteuerhilfeverein um die Ecke ist. Die entscheidende Frage ist, wie das Angebot bekannt gemacht wird und ob die vorausgefüllten Formulare tatsächlich vollständig und fehlerfrei sind. Gut gemeinte Digitalisierung scheitert im Flächenland oft an der letzten Meile.