VW streicht 100.000 Stellen – was das für den Norden bedeutet
Massenentlassungen in dieser Größenordnung treffen nicht nur Werksangehörige, sondern ganze Regionen über Zulieferketten, Dienstleister und Kaufkraftverluste. Strukturschwache Gebiete wie Teile von Mecklenburg-Vorpommern, wo der Arbeitsmarkt ohnehin wenig Alternativen bietet, sind besonders verwundbar. Eine offene Gesellschaft braucht eine ehrliche politische Debatte darüber, welche Industriepolitik und welche sozialen Auffangnetze jetzt tatsächlich gebraucht werden – nicht nur Konzernankündigungen und Pressemitteilungen.
Der VW-Stellenabbau ist ein Signal für eine strukturelle Verschiebung in der deutschen Automobilindustrie, die Norddeutschland nicht unberührt lässt. Zulieferbetriebe in der Region Schwerin, Ludwigslust und Parchim hängen teilweise direkt oder indirekt an großen Autokonzernen. Statt auf Selbstheilungskräfte zu warten, wäre jetzt der Moment für Länder und Kommunen, gezielte Umschulungsprogramme und Wirtschaftsförderung anzuschieben – nicht irgendwann, sondern bevor die ersten Kündigungen kommen.