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Friday, 18. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Wachstum als Antwort auf AfD-Wahlerfolge – oder doch nicht?

In strukturschwachen ostdeutschen Regionen verliert das klassische Wachstumsversprechen politisch an Überzeugungskraft, wie Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt zeigen. Ökonominnen und Ökonomen diskutieren, ob ein Postwachstumsansatz mit Fokus auf Verteilungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ein tragfähigeres Modell wäre. Dabei geht es nicht um Wachstum als abstrakten Wert, sondern um die entscheidende Frage: Wem kommt wirtschaftliche Entwicklung tatsächlich zugute? Für Mecklenburg-Vorpommern ist diese Debatte hochrelevant, da strukturelle Benachteiligung hier seit Jahrzehnten politische Frustrationen nährt.

Wenn wirtschaftliche Ungleichheit und das Gefühl, abgehängt zu sein, politischen Extremismus befeuern, ist das eine demokratische Frage – keine rein ökonomische. Eine Gesellschaft, die Wohlstand breiter verteilt statt nur wachsen lässt, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt Nährboden für autoritäre Bewegungen. Wer über Postwachstum redet, redet also auch über die Bedingungen, unter denen Demokratie funktioniert.

Für Ostdeutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist diese Debatte besonders dringend: Jahrzehntelange Wachstumsversprechen haben strukturelle Ungleichheiten nicht beseitigt. Das Postwachstumskonzept bietet einen Rahmen, um kommunale Politik neu zu denken – weg vom Standortwettbewerb, hin zu Daseinsvorsorge, Gemeinschaft und Beteiligung. Welche konkreten Modelle für ländliche Regionen in MV taugen, bleibt eine offene und wichtige Frage.