Wachstum als Antwort auf AfD-Wahlerfolge – oder doch nicht?
Wenn wirtschaftliche Ungleichheit und das Gefühl, abgehängt zu sein, politischen Extremismus befeuern, ist das eine demokratische Frage – keine rein ökonomische. Eine Gesellschaft, die Wohlstand breiter verteilt statt nur wachsen lässt, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt Nährboden für autoritäre Bewegungen. Wer über Postwachstum redet, redet also auch über die Bedingungen, unter denen Demokratie funktioniert.
Für Ostdeutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist diese Debatte besonders dringend: Jahrzehntelange Wachstumsversprechen haben strukturelle Ungleichheiten nicht beseitigt. Das Postwachstumskonzept bietet einen Rahmen, um kommunale Politik neu zu denken – weg vom Standortwettbewerb, hin zu Daseinsvorsorge, Gemeinschaft und Beteiligung. Welche konkreten Modelle für ländliche Regionen in MV taugen, bleibt eine offene und wichtige Frage.