Wahlrechtsreform im Stillstand: CSU besteht auf Koalitionsvertrag
Das Wahlrecht ist das Herzstück der Demokratie: Es entscheidet, wer im Parlament sitzt und wessen Interessen vertreten werden. Eine Reform, die faire Repräsentation stärkt, käme vor allem Menschen zugute, die bislang strukturell unterrepräsentiert sind – darunter Bevölkerungsgruppen in strukturschwachen Regionen wie Ostdeutschland. Solange Parteien ihre eigenen Machtanteile über demokratische Weiterentwicklung stellen, bleibt das Vertrauen in parlamentarische Institutionen fragil.
Für Mecklenburg-Vorpommern und den Osten insgesamt ist die Frage der Wahlrechtsgestaltung alles andere als abstrakt. Wahlkreiszuschnitte und Überhangmandate haben in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass bevölkerungsarme, ländliche Regionen politisch an Gewicht verlieren. Eine echte Reform könnte ostdeutsche Wählerstimmen strukturell aufwerten. Solange CSU und SPD im Koalitionsstreit feststecken, bleibt diese Chance ungenutzt.