Warum junge Männer zur AfD tendieren – und was das bedeutet
Wenn junge Männer in großer Zahl rechten Parteien zuneigen, gefährdet das den demokratischen Zusammenhalt langfristig – nicht nur bei Wahlen, sondern in Schulen, Betrieben und Familien. Die Frage, welche gesellschaftlichen Strukturen diesen Trend begünstigen, ist keine akademische Übung, sondern eine dringende demokratiepolitische Aufgabe. Eine offene Gesellschaft kann es sich nicht leisten, eine ganze Generation junger Männer als verloren abzuschreiben oder ihre Fragen pauschal zu verurteilen.
In Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD bei jungen Wählern besonders starke Ergebnisse erzielt – das ist kein Zufall, sondern Ergebnis realer Erfahrungen mit Abwanderung, Perspektivlosigkeit und dem Gefühl, von der Politik vergessen zu werden. Gleichzeitig fehlen in der Debatte oft die Stimmen derjenigen, die in der Jugendarbeit vor Ort täglich gegensteuern. Demokratieförderung, die hier wirken will, muss konkrete Lebenswelten ansprechen – und darf Geschlechterpolitik nicht als Gegensatz zu sozialer Frage denken.