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Sunday, 13. September 2026
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Regional MV

Weniger Besucher, mehr Kosten: MV-Zoos unter Druck

Die großen Kultureinrichtungen in MV kämpfen mit sinkenden Besucherzahlen und Finanzlücken – der Zoo Rostock allein fehlen fast eine Million Euro. Preiserhöhungen sind im Gespräch, würden aber genau jene Familien treffen, die sich den Ausflug ohnehin kaum leisten können. Das zeigt, wie abhängig öffentlich geförderte Einrichtungen von stabilen Besucherzahlen sind und wie schnell kulturelle Teilhabe zur Frage des Geldbeutels wird. Jetzt wäre der Moment, über soziale Staffelpreise und neue Kooperationen mit Sozialverbänden nachzudenken, statt einfach die Eintrittspreise anzuheben.

Zoos und Meeresmuseen erfüllen mehr als eine Freizeitfunktion: Sie sind für viele Familien aus strukturschwachen Regionen einer der wenigen kulturellen Ankerpunkte, die Kindern Naturerfahrung und Bildung ermöglichen. Steigen die Eintrittspreise, werden diese Einrichtungen für einkommensschwache Haushalte faktisch unzugänglich – das ist keine abstrakte Sorge, sondern Alltag für viele Familien in Mecklenburg-Vorpommern. Eine offene Gesellschaft braucht Kulturorte, die wirklich für alle offen sind.

Für die Kulturlandschaft in MV stellt sich jetzt eine klare Frage: Wer zahlt, wenn die Besucherzahlen wegbrechen – die Steuerzahlenden über höhere Zuschüsse, oder die Besucher über teurere Tickets? Preiserhöhungen sind das einfachste Mittel, aber sie lösen das strukturelle Problem nicht. Stattdessen braucht es Sozialtickets, Kooperationen mit Schulen und eine ehrliche Debatte über kommunale Förderverantwortung – damit diese Einrichtungen nicht zur Freizeitanlage für Gutverdiener werden.