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Tuesday, 15. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Wenn Hass vom Netz in die Realität kippt: Journalistinnen unter Druck

Online-Belästigung gegen Journalistinnen ist kein Einzelschicksal, sondern ein strukturelles Sicherheitsproblem, das dringende professionelle Schutzmaßnahmen erfordert. Digitale Angriffe eskalieren oft in körperliche Bedrohungen im echten Leben, während viele Vorfälle ungemeldet bleiben und damit jede systematische Gegenwehr untergraben. Die Europäische Journalistenföderation fordert, dieses Problem endlich als Arbeitsschutzfrage zu behandeln – mit klaren Meldewegen, rechtlichem Beistand und Solidarität in den Redaktionen. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo freie Lokaljournalistinnen oft ganz allein dastehen, wäre das keine Kleinigkeit.

Wenn Journalistinnen verstummen, weil sie Angst haben, verliert die gesamte Gesellschaft. Online-Belästigung ist damit kein Randproblem, sondern ein direkter Angriff auf die Informationsfreiheit und auf demokratische Öffentlichkeit. Wer Journalistinnen zum Schweigen bringt, schützt Machtmissbrauch vor Aufdeckung.

Die EU-Ebene setzt hier ein wichtiges Signal: Digitale Gewalt gegen Journalistinnen muss als Arbeitsschutzthema behandelt werden, nicht als privates Schicksal. Konkret braucht es Meldepflichten für Plattformen, schnelle Reaktionsmechanismen der Redaktionen und klare rechtliche Rahmenbedingungen. Für Redaktionen in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das: Auch regional tätige Journalistinnen brauchen konkrete Schutzpläne.