Werkswohnungen in Rostock: Comeback aus der Not
Wenn Unternehmen anfangen, Wohnraum für ihre Belegschaft zu schaffen, zeigt das zweierlei: Der Markt versagt, und die öffentliche Hand hat zu lange zu wenig gebaut. Das ist kein Fortschritt, sondern ein Symptom. Gleichzeitig entsteht dadurch ein neues Abhängigkeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das demokratische Selbstbestimmung untergräbt, wenn Mietverhältnis und Arbeitsverhältnis aneinandergekoppelt sind.
Rostock wächst, aber der Wohnungsbau hält nicht mit – das ist längst kein Geheimnis mehr. Werkswohnungen sind eine kurzfristig wirksame Antwort, aber keine strukturelle Lösung. Spannend wird sein, ob diese Initiativen auch Menschen erreichen, die nicht in begehrten Berufsfeldern arbeiten, oder ob hier wieder nur die Gut-Platzierten bevorzugt werden. Die eigentliche Frage bleibt: Wann bauen Land und Stadt endlich wieder ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle?