Wismar: Klinik-Mitarbeiter protestieren gegen Krankenhausreform
Krankenhäuser in dünn besiedelten Regionen wie Nordwestmecklenburg sind keine Luxus-Infrastruktur, sondern existenzielle Grundversorgung. Wenn ein regionales Klinikum unter Spardruck gerät, bezahlen das am Ende die Menschen, die keinen PKW haben, alt sind oder im Notfall keine Zeit für lange Anfahrten haben. Eine Krankenhausreform, die an der Realität des ländlichen Raums vorbeigeht, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt genauso wie fehlende Busverbindungen oder geschlossene Schulen.
Die Situation in Wismar ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom eines bundesweiten Problems: Reformen, die in Berlin logisch klingen, treffen Häuser in der Fläche unverhältnismäßig hart. Mecklenburg-Vorpommern hat bereits heute eine der dünnsten Krankenhausdichten in Deutschland. Konkret braucht es jetzt eine Folgenabschätzung für kleine und mittelgroße Häuser in strukturschwachen Kreisen – und politischen Druck aus dem Land heraus, damit die Reform nachgesteuert wird, bevor Fakten geschaffen werden.