Wissenschaftsfreiheit ist keine Meinung – ein wichtiger Unterschied
Wenn die Grenze zwischen Wissenschaft und Meinung verwischt, verlieren Bürgerinnen und Bürger einen zentralen Orientierungsrahmen für gesellschaftliche Entscheidungen – von der Klimapolitik bis zur Gesundheitsversorgung. Der Schutz wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung ist deshalb keine akademische Nischenfrage, sondern eine Grundbedingung funktionierender Demokratie. Besonders Menschen ohne institutionellen Zugang zu Bildung und Expertise sind darauf angewiesen, dass Wissenschaft verlässlich und politisch unabhängig bleibt.
Die beschriebenen Strategien – ob marktliberale Gleichsetzung von Wissenschaft und freier Rede oder rechtspopulistische Delegitimierung ganzer Forschungsfelder – zielen beide auf dasselbe: die Schwächung unabhängiger wissenschaftlicher Institutionen als Gegengewicht zu politischer Macht. In Mecklenburg-Vorpommern, wo AfD-Anträge gegen bestimmte Forschungsrichtungen im Landtag verhandelt wurden, ist das kein abstraktes Problem. Universitäten wie Greifswald und Rostock stehen hier in der Verantwortung, ihre wissenschaftliche Eigenständigkeit aktiv zu verteidigen statt sie leise aufzugeben.